Legasthenie

„Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“

alte chinesische Lebensweisheit

 

Legasthenie - auch Lese-Rechtschreib-Störung oder Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) genannt - ist eine massive und lang andauernde Beeinträchtigung des Erwerbs der Schriftsprache und häufig auch des Lesevermögens. Als Ursache werden eine genetische Disposition, Probleme bei der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung und vor allem bei der sogenannten "phonologischen Bewusstheit", also dem weiten Feld der Sprachbewusstheit, angenommen.

Typische Symptome einer LRS sind:

 

 Verdrehen/Spiegeln von Buchstaben, z. B. b/d

•  Auslassen oder Vertauschen von Buchstaben (sei/sie)

•  Verwechslung ähnlich klingender Laute (b/p, d/t)

•  Schwierigkeiten beim Zusammenschleifen von Lauten

•  unterschiedliche Schreibung desselben Wortes

•  langsames und fehlerhaftes Abschreiben

•  viele und immer wieder andere Rechtschreibfehler 

•  generelle Schreibunlust

•  stockendes Lesen und Leseunlust

•  Schwierigkeiten beim Sinn erfassenden Lesen

 

In der Regel hat die gesamte Symptomatik über den Deutschunterricht hinaus Auswirkungen in vielen anderen Schulfächern. Dabei steht die Legasthenie selbst nie in einem ursächlichen Zusammenhang mit einer Intelligenzminderung - im Gegenteil: Es ist von einem durchschnittlichen bis nicht selten überdurchschnittlichen IQ auszugehen. 

 

Legasthenie-Therapie bedarf eines ganzheitlichen, integrativen Therapiekonzeptes: Neben der Vermittlung sprachlicher Strategien werden auch die auditive und visuelle Wahrnehmung, Motorik und Konzentration gefördert. Als Grundlage dienen bewährte und wissenschaftlich fundierte Therapie- und Fördermethoden. Neben der Arbeit an der Symptomatik geht es auch um die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Lernmotivation. Die Förderung findet in Einzelbetreuung oder Zweiergruppen statt. Die Inhalte orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen und  Lernvoraussetzungen Ihres Kindes, denn letztlich hat jeder seine ganz „eigene“ Legasthenie. 

 

Leichte Ausprägungen von Legasthenie werden übrigens oft übersehen und machen dem Kind die Schulzeit unnötig schwer. Wenn Sie den Verdacht hegen, Ihr Kind könne betroffen sein, ist eine fachliche Diagnostik hilfreich. Klarheit bedeutet immer Sicherheit und schafft eine gute Basis für Ermutigung und Veränderungsmotivation.

 

Rechtzeitig erkannte Legasthenie kann optimal behandelt werden. Doch auch zu jedem späteren Zeitpunkt im Jugend- und Erwachsenenalter ist die Vermittlung eines verlässlichen Fundaments im Sprachbereich sehr aussichtsreich und entlastend für die Betroffenen und deren Familien.