Dyskalkulie

„Der kleinste Erfolg beim 1000. Anlauf

verleiht den 999 gescheiterten davor einen Sinn."

 

Dyskalkulie wird auch als „Rechenschwäche“ bezeichnet. Während „Legasthenie“ mittlerweile allgemein bekannt ist und auch als diagnostizierbares Lernproblem anerkannt wird, haben es  Kinder und Jugendliche mit einer Rechenschwäche schwerer. Dennoch leiden sie genauso seelisch und körperlich unter dieser Teilleistungsschwäche. 

 

Die Betroffenen machen mit ihrer subjektiven Logik in durchaus systematisierbarer Art und Weise Fehler, die sehr nachvollziehbar sind. Diese beruhen auf Problemen der Verinnerlichung von mathematischen Begriffen. Diese Verinnerlichungsprobleme können durch eine gezielte Therapie aufgelöst werden. 

 

Ebenso wie bei der Legasthenie sagt eine Dyskalkulie nichts über die Intelligenz des Betroffenen aus. Nicht selten finden sich auch unter ihnen besonders begabte Menschen mit überdurchschnittlichem IQ. Ebenso wenig ist bei Dyskalkulie die Fähigkeit zur Beweisführung in der höheren Mathematik zwingend beeinträchtigt. Vieles deutet in der aktuellen Forschung darauf hin, dass arithmetische und mathematische Fähigkeiten voneinander getrennt sind. So kann es sein, dass ein Dyskalkuliker Schwierigkeiten bei der Bearbeitung von arithmetischen Problemen hat, jedoch ohne Beeinträchtigung oder sogar mit Begabung abstrakte mathematische Probleme lösen kann.

 

Das Defizit betrifft also vor allem das grundlegende Zahlenverständnis und die Beherrschung von Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Weniger betroffen sind mathematische Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differenzial- und Integralrechnung benötigt werden. 

 

Woran lässt sich eine Dyskalkulie erkennen?

 

•  zählendes Rechnen

•  Fingerrechnen über einen auffällig langen Zeitraum

•  vage Mengen- und Größenvorstellungen

•  Stellenwertprobleme, mangelnde Orientierung im Zahlenraum

•  Rechnen in Maßeinheiten (Geld, Gewichte, Uhrzeit) fällt schwer

•  beeinträchtigtes räumliches Vorstellungsvermögen

•  kein Erkennen von Zusammenhängen zwischen Operationen

   (z. B. Platzhalter- oder Umkehraufgaben)

•  hauptsächlich schematisches Rechnen ohne tieferes Verständnis

•  ständiges Vergessen des bereits Eingeübten, auch des Einmaleins

•  kaum Verständnis von Textaufgaben

Meist zeigen sich auch Auswirkungen in anderen Schulfächern:

 

•  mangelnde Orientierung anhand von Karten oder Tabellen

•  fehlendes Verständnis für Tages-, Wochen-, Jahresverläufe

•  Himmelsrichtungen, Temperaturen, Strom, geschichtliche Ereignisse werden nur

   unzureichend verstanden, denn dies alles sind Zusammenhänge, die auf 

   mathematischen Prinzipien beruhen

 

Die ganzheitliche Förderung erfolgt in Einzelbetreuung oder in Zweiergruppen. Die Inhalte orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen und den Lernvoraussetzungen Ihres Kindes. Als Grundlage dienen bewährte und wissenschaftlich fundierte Therapie- und Fördermethoden. Neben der Arbeit an der Symptomatik geht es auch um die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Lernmotivation.